Ein gestörter Bauablauf entsteht meist nicht plötzlich, sondern entwickelt sich aus vielen kleinen Ereignissen, die sich im Projektverlauf summieren. Um solche Störungen nachvollziehbar zu bewerten, beginnt man mit der Sichtung aller vorhandenen Unterlagen wie Schriftverkehr, Behinderungsanzeigen, Bedenkenanzeigen, Terminplänen und Protokollen. Diese Dokumente werden gesammelt und darauf geprüft, welche davon für die Analyse wirklich relevant sind. Anschließend bringt man die Unterlagen in eine chronologische Reihenfolge, um den zeitlichen Ablauf klar zu erkennen. Aus dieser Chronologie lassen sich erste Muster und Zusammenhänge ableiten. Danach werden die Informationen thematisch geclustert, etwa nach Störungen, Ursachen oder Verantwortungsbereichen. Die identifizierten Störungen werden anschließend in den ursprünglichen Soll‑Terminplan eingearbeitet, um ihre Auswirkungen sichtbar zu machen. Daraus entsteht eine Störungsmodifikation, die zeigt, wie sich der Bauablauf tatsächlich verändert hat. Auf dieser Grundlage können mögliche Bauzeitverlängerungen berechnet werden. Gleichzeitig lassen sich daraus die Ansprüche des Auftragnehmers ableiten, etwa für Mehrkosten oder verlängerte Vorhaltekosten.
Zu Beginn der Analyse werden alle projektbezogenen Unterlagen vollständig gesammelt und sorgfältig gesichtet. Dazu zählen insbesondere Schriftverkehr, Behinderungs‑ und Bedenkenanzeigen, Terminpläne, Bautagesberichte, Protokolle sowie Anordnungen und Planunterlagen. Durch diese umfassende Dokumentensichtung entsteht ein vollständiger Überblick über alle Informationen, die für die Bewertung möglicher Bauablaufstörungen relevant sein können. Ziel ist es, eine belastbare Grundlage für die weitere Ursachenanalyse zu schaffen.
Durch die chronologische Sortierung aller relevanten Ereignisse wird der tatsächliche Projektverlauf klar und nachvollziehbar dargestellt. Diese zeitliche Struktur ermöglicht es, Ursache‑Wirkungs‑Ketten zu erkennen und parallele oder aufeinanderfolgende Störungen sichtbar zu machen. Gleichzeitig lassen sich Verzögerungen besser im Gesamtzusammenhang bewerten. Aus dieser geordneten Chronologie entstehen erste Muster und Zusammenhänge, die für die weitere Analyse entscheidend sind.
Die thematische Gruppierung der Ereignisse dient dazu, ähnliche oder zusammenhängende Störungen übersichtlich zu bündeln. Dabei werden die Vorgänge beispielsweise nach Störungsart, Ursachen, Verantwortungsbereichen oder Auswirkungen sortiert. Diese Strukturierung schafft Klarheit über Muster und wiederkehrende Problemfelder. Gleichzeitig erleichtert sie die spätere Bewertung und Zuordnung der Verantwortlichkeiten im Rahmen der Analyse.
Die identifizierten Störungen werden anschließend in den ursprünglichen Soll‑Terminplan eingearbeitet. Dadurch wird sichtbar: wie sich einzelne Störungen zeitlich auswirken welche kritischen Wege betroffen sind welche Verschiebungen kumulativ entstehen ob Pufferzeiten verbraucht oder überschritten wurden Das Ergebnis ist eine Störungsmodifikation, also ein modifizierter Terminplan, der den tatsächlichen Bauablauf abbildet.
Zeitlicher Nachweis des Baufortschritts
Dokumentation von Wetter, Personal, Geräten
Festhalten von Störungen und Besonderheiten
Grundlage für Soll‑Ist‑Vergleiche
Nachweis von Absprachen und Entscheidungen Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten Termin- und Maßnahmenfestlegungen Dokumentation von Anordnungen
Nachweis von Qualitäts- und Leistungsständen
Dokumentation von Mängeln oder Verzögerungen
Zeitpunkte technischer Freigaben
Relevanz für Folgeleistungen
Vergleich geplanter vs. tatsächlicher Ablauf
Identifikation kritischer Verzögerungen
Grundlage für Störungsmodifikation
Ableitung von Bauzeitverlängerungen
Regelungen zu Pflichten, Fristen, Mitwirkung Anspruchsgrundlagen und Vergütungsmodelle Änderungen des Leistungsumfangs Relevanz für Verantwortungszuordnung
Nachweis von Materialverfügbarkeit
Dokumentation von Lieferverzögerungen
Relevanz für Abläufe und Abhängigkeiten
Beleg für fremdverursachte Störungen
Formeller Nachweis der Störung
Dokumentation von Zeitpunkt und Ursache
Sicherung von Ansprüchen nach VOB/B
Grundlage für Bauzeitverlängerungen
Hinweis auf Risiken und Planungsfehler
Nachweis der rechtzeitigen Mitteilung
Schutz vor Haftungsübernahme
Relevanz für Verantwortungsabgrenzung
Dokumentation des tatsächlichen Leistungsstands Nachweis von Unterbrechungen oder Mehraufwand Grundlage für Vergütungsansprüche Beleg für gestörte Abläufe
Visueller Nachweis von Störungen Beleg für Bauzustände zu bestimmten Zeitpunkten Unterstützung der Chronologie Objektive Darstellung von Hindernissen
Grundlage für technische Bewertung Nachweis von Planänderungen Identifikation planungsbedingter Störungen Vergleich Soll‑Plan vs. Ausführung
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